Schwangere Frau mit geöffneter weißer Bluse hält sich die Hände im Rücken
Kugelzeit

Übelkeit in der Schwangerschaft: 10 Tipps

Für viele werdende Mamas ein großes Problem – vor allem in den ersten drei bis vier Schwangerschaftsmonaten: Diese doofe Übelkeit, insbesondere am Morgen. Vier von fünf Frauen kämpfen zu Beginn ihrer Schwangerschaft mit Übelkeit, Unwohlsein und Erbrechen. Doch was tun? Wir haben 10 Tipps gegen die fiese Übelkeit in der Schwangerschaft zusammengefasst.

10 Tipps bei Erbrechen und Übelkeit in der Schwangerschaft

Die schlechte Nachricht für alle werdenden Mamas gleich vorweg: DIE eine Lösung gegen diese nervende Übelkeit gibt es leider nicht. So sind Medikamente im europäischen Raum nicht erhältlich (oder mittlerweile verboten), wodurch Schwangere meist auf Hausmittelchen angewiesen sind. Viele können dennoch ein wenig Abhilfe schaffen, wie wir aus eigener Erfahrung wissen.

Tipp 1: Snacks – schon vor dem Aufstehen

Bereits vor dem Aufstehen solltet ihr im Bett eine Kleinigkeit essen. Das kann ein Cracker, eine Reiswaffel oder einfacher Zwieback sein. Trinkt dazu etwas Wasser, um den Magen zu beruhigen. Grundsätzlich solltet ihr den Tag langsam angehen und nicht sofort aus dem Bett springen. Gebt eurem Kreislauf ein paar Minuten Zeit und steht langsam auf.

Tipp 2: Ruhepausen gönnen

Auch während des Tages ist Ruhe angesagt – sofern dies im hektischen Alltag zwischen Beruf und bereits bestehenden Kindern möglich ist. So kann vielleicht der Partner die größeren Kinder in die Schule oder den Kindergarten bringen und das Einkaufen übernehmen. Wenn bereits kleine Kinder da sind, führt eine Mittagsruhe ein und hört gemeinsam ein Hörbuch oder Hörspiel. Das ist auch eine gute Vorbereitung auf das Wochenbett.

Tipp 3: Gerüche meiden

Gerüche von Essen oder anderen Dingen verschlimmern die Übelkeit. Auch hier könnt ihr euren Partner oder Freunde bitten, das Kochen, Putzen und Einkaufen für euch zu übernehmen. Scharfe Gewürze sind in dieser Zeit ohnehin tabu, da sie meist die Übelkeit erst recht anregen.

Tipp 4: Geheimwaffe gegen Sodbrennen – Käsepappeltee

Unter vielen Schwangeren gilt der Käsepappeltee als Allheilmittel gegen Übelkeit, Erbrechen, Sodbrennen und flauen Magen. Auch ich habe auf den Apotheker meines Vertrauens gehört und dem Arzneitee eine Chance gegeben. Zu Recht! Der Tee wird aus den Früchten oder Blättern der Käsepappel (Malve) gewonnen und ist ein altbewährtes Hausmittel bei Sodbrennen und Verdauungsbeschwerden. Ein netter Bonuseffekt: Käsepappel hilft auch gegen Halsschmerzen und Reizhusten. Den Tee gibt es in jeder Apotheke sowie in gut sortierten Drogeriemärkten.

Tipp 5: Auf den Blutzucker achten

Aufgrund der anhaltenden Übelkeit und dem fehlenden Appetit essen viele Frauen wenig bis gar nichts. Dies führt dazu, dass der Blutzucker-Spiegel kräftig nach unten sackt. Schwangere sollten daher regelmäßig etwas essen und einen leeren Magen vermeiden. Auch wenn ihr unterwegs seit, solltet ihr immer eine Kleinigkeit (z.B. Müsliriegel, Trockenobst, Reiswaffel, Zwieback) dabei haben.

Tipp 6: Ausgewogene Ernährung spielt (noch) keine Rolle

Eine ausgewogene Ernährung mit fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag sind wichtig, aber bei großer Übelkeit für viele Frauen einfach nicht machbar. Gerade am Beginn solltet ihr essen, worauf ihr Appetit habt und wovon euch nicht noch schlechter wird. Für diese kurze Zeit kann die ausgewogene Ernährung warten. Wer es verträgt, kann bereits in dieser Phase mit der Einnahme von Vitaminpräparaten beginnen, um die fehlenden Nährstoffe auszugleichen.

Tipp 7: Flüssiges statt Festes

Wer gar keine feste Nahrung verträgt, sollte zumindest auf Flüssiges setzen: Tees, Wasser, Fruchtsäfte (z.B. Grapefruit- oder Zitronensaft) und klare Suppen. Wenn ihr das Gefühl habt, dass euch kalte Speisen gut tun, dann probiert Sorbets oder ein Eis. Trotz Übelkeit und Unwohlsein dürft ihr auf das Trinken keinesfalls vergessen – mindestens zwei Liter pro Tag sollten es sein.

Tipp 8: Ingwer und Vitamin B

Einige Studien zeigen, dass sowohl Ingwer als auch Vitamin B erfolgreich gegen Schwangerschafts-Übelkeit eingesetzt werden. Ingwer gibt es in Form von Tees, Limonaden, Extrakten oder ganz einfach frisch gepresst. Vitamin B findet sich in zahlreichen Nahrungsergänzungsmitteln für die Schwangerschaft, darunter z.B. Nausema. In unserer Nahrung findet ihr Vitamin B in Bananen, Geflügel, Fisch, Fleisch, Reis, Milchprodukten, Eiern, Avocados und Nüssen.

Tipp 9: Akupunktur und Akupressur

Viele Schwangere berichten von guten Erfolgen bei Übelkeit in der Schwangerschaft mit Akupunktur bzw. Akupressur. Eine Akupunktur solltet ihr bei einem professionellen Therapeuten durchführen lassen. Eine kleine Akupressur könnt ihr auch ganz einfach in den eigenen vier Wänden durchführen. Dazu wird zwei bis drei Mal täglich ein leichter Druck auf den Nei-Kuan-Punkt ausgeübt. Dieser befindet sich an der Innenseite des Unterarms. Drückt dazu den Akkupressur-Punkt für etwa fünf Minuten. Es gibt auch spezielle Akupressur-Armbänder, die auf Reisen oder in der Schwangerschaft getragen werden.

Tipp 10: Viele kleine Mahlzeiten anstatt große Portionen

Viele kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt belasten den Mager weniger stark als drei große Portionen morgens, mittags und abends. Kleinere Snacks sorgen auch dafür, dass euer Blutzucker-Spiegel nicht abfällt und euer Magen immer etwas zu tun hat.

Warum gibt es keine Medikamente gegen Schwangerschafts-Übelkeit?

Die moderne Schulmedizin ist gegen fast jeden Schmerz und jede Krankheit gerüstet. In Sachen Übelkeit in der Schwangerschaft sieht es hingegen schlecht aus. So gibt es heute in Deutschland und Österreich kein Medikament gegen Übelkeit, das von den Herstellern für Schwangere ausdrücklich zugelassen ist. Hintergrund ist der Contergan-Skandal, der 1961 dazu geführt hat, dass das Medikament Thalidomid vom Markt genommen wurde.

Wenn gar nichts mehr gegen die Übelkeit hilft, kann die Frauenärztin Vomex (R) in Kombination mit Vitamin B6 (z.B. Cariban, Itinerol, Contravert B6) verschreiben. Dieses Medikament ist apothekenpflichtig und bei Übelkeit und Erbrechen in der Schwangerschaft erlaubt (deutsche-apotheker-zeitung.de, 2019).

Was ist eine Hyperemesis?

Eine besondere Form der Schwangerschaftsübelkeit ist die so genannte Hyperemesis. Dabei handelt es sich um eine anhaltende Unfähigkeit, Nahrung und Flüssigkeit bei sich zu behalten. Dies ist mit einem starken Gewichtsverlust verbunden. In diesen Fällen wendet euch unbedingt sofort an eure Frauenärztin.

Gesucht: Deine Tipps gegen Übelkeit in der Schwangerschaft!
Jede Schwangerschaft verläuft anders und jede werdende Mama hat andere Bedürfnisse, Wünsche, Probleme und Ratschläge. Wir suchen eure Tipps gegen diese fiese Übelkeit in der Schwangerschaft! Postet eure Tipps als Kommentar und helft anderen werdenden Mamas mit eurem Wissen.

Dieser Beitrag enthält Affiliate-Links.

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.