Schwangerschaft: Der erste Besuch beim Frauenarzt
Kugelzeit

Schwangerschaft: Der erste Besuch beim Frauenarzt

Dein Schwangerschaftstest zu Hause ist positiv ausgefallen? Herzlichen Glückwünsch! Eine aufregende Zeit voller Fragen steht dir und deinem Partner nun bevor. So auch der erste Besuch beim Frauenarzt. Hier erfährst du, was dich dort erwartet und wie du dich darauf vorbereiten kannst.

Schwanger: Wann sollte ich zum Arzt gehen?

Viele Frauen machen sofort nach dem positiven Schwangerschaftstest einen Termin bei ihrer Frauenärztin aus. Das ist auch wenig überraschend, denn schließlich wollen alle werdenden Mamas so früh wie möglich Gewissheit über die Schwangerschaft und die Gesundheit ihres Babys haben. Ärztinnen und Ärzte beobachten, dass die Frauen immer früher kommen – also bereits in der 5. bis 7. Schwangerschaftswoche. Zu diesem Zeitpunkt ist der Embryo aber noch nicht besonders weit entwickelt, oft lässt sich auch noch kein Herzschlag feststellen. Manche Ärzte raten daher bis zur 8. SSW abzuwarten. Dann sind bereits Herztöne sowie die erste Entwicklung des Embyros erkennbar. Aber keine Angst: Wer sich nicht so lange gedulden kann, der macht sofort einen Termin mit der Frauenärztin aus. Es kann dann allerdings sein, dass diese erste Ultraschall-Untersuchung nicht von der Krankenkasse übernommen wird.

Wie verläuft der erste Besuch beim Frauenarzt?

Bei der ersten Vorsorgeuntersuchung bestätigt die Ärztin die Schwangerschaft und berechnet den voraussichtlichen Geburtstermin. Weitere Untersuchungen sind:

  • Messung der Körpergröße und Wiegen
  • Blutdruckmessen
  • Urinuntersuchung
  • Krampfadern und Flüssigkeitseinlagerungen
  • Untersuchung der Brust
  • Vaginale Untersuchung
  • Mikroskopische Untersuchung des Vaginalsekrets
  • Überweisung an ein Labor für eine umfassende Blutuntersuchung

Außerdem folgt ein generelles Gespräch über Ernährung in der Schwangerschaft, Umgang mit Bewegung und Sport, Sexualität, Reisen und Medikamenten. Zusätzlich kannst du deine ersten Fragen mit der Ärztin besprechen.

Wenn die Schwangerschaft offiziell festgestellt wird (das ist in der Regel ab der 8. SSW bei Feststellung der Herztöne der Fall), bekommst du den Mutterpass bzw. Mutter-Kind-Pass ausgehändigt, der dich und dein Kind in der Schwangerschaft und darüber hinaus begleiten wird.

Mein persönlicher Tipp: Sei nicht böse oder verwirrt, wenn weder die Sprechstundenhilfe noch deine Frauenärztin euphorisch auf deine Baby-News reagieren. Natürlich ist dies für dich und deinen Partner ein einzigartiger Moment voller Glück und Aufregung. Für einen Frauenarzt und sein Team ist es jedoch “business as usual”. Erwarte also nicht, dass dir alle um den Hals fallen und herzlich zur Geburt gratulieren. 😉

Was wird bei der Blutuntersuchung untersucht?

Die Blutuntersuchung ist ein zentraler Punkt, der direkt nach dem ersten Besuch beim Frauenarzt erfolgt. Dabei werden v.a. folgende Bereiche untersucht:

  • Bestimmung der Blutgruppe und des Rhesusfaktors sowie des Hämoglobinwerts zum Ausschluss einer Blutarmut
  • Antikörperbestimmung im Blut auf Syphilis (Lues), Röteln, Hepatitis B 
  • HIV-Test (Ergebnisse werden nicht im Pass eingetragen)
  • Test auf Toxoplasmose 

Ein weiteres Blutbild erfolgt bei der 3. Mutter-Kind-Pass-Untersuchung.

Wie werden die Schwangerschaftswochen (SSW) berechnet?

Die Berechnung der aktuellen Schwangerschaftswoche bzw. dem Entbindungstermin basiert immer auf dem ersten Tag deiner letzten Monatsblutung – auch wenn du zu diesem Zeitpunkt natürlich noch nicht schwanger bist. Hintergrund: Viele Frauen wissen nicht genau, wann ihr Eisprung ist. Daher ist diese Methode die sicherste, um den Geburtstermin und damit die SSW zu berechnen.

Mit einem Online-Schwangerschaftsrechner kannst du deine SSW ganz einfach selbst berechnen. Dafür musst du folgende Werte wissen:

  • Der erste Tag deiner letzten Monatsblutung.
  • Die Länge deines Zyklus (Durchschnittswert sind meist 28 Tage).

Ab welcher SSW kann man das Geschlecht sehen?

Viele Eltern wollen nach Feststellung der Schwangerschaft so schnell wie möglich erfahren, ob sie ein Mädchen oder einen Jungen bekommen (ich spreche aus eigener Erfahrung…). Am Anfang heißt es jedoch: Geduld bewahren.

Manchmal kann man das Geschlecht bereits bei der Nackentransparenzmessung (in der 13. SSW) feststellen – wobei dies oft nur eine “Wahrscheinlichkeit” darstellt. So wussten wir schon in der 12. SSW mit einer 90%-igen Wahrscheinlichkeit, dass wir einen Jungen bekommen werden. Normalerweise lässt sich das Geschlecht ab der 16. bzw. 17. SSW bei einer normalen Ultraschall-Untersuchung (2. Mutter-Kind-Pass-Untersuchung) feststellen. Wenn du ein Organscreening durchführen lässt (zwischen der 20. und 24. SSW), wirst du das Geschlecht auf alle Fälle sehen.

Wenn du das Geschlecht nicht wissen willst, teile das dem Arzt bzw. der Ärztin unbedingt im Voraus mit, damit du es nicht zufällig doch erfährst!

Auf diese Fragen solltest du beim Erstbesuch vorbereitet sein

Am besten sammelst du schon vor dem ersten Termin bei deiner Ärztin alle Fragen, die dich bewegen und bereitest dich zusätzlich auf die folgenden Fragestellungen vor:

  1. Wann war deine letzte Regel? War dein Zyklus regelmäßig? In welchen Abständen?
  2. Wie hast du vor der Schwangerschaft verhütet?
  3. Wie ist deine Krankheitsgeschichte? Gibt es Vorerkrankungen, bist du chronisch krank? Nimmst du Medikamente und/oder hast du Operationen hinter dir?
  4. Bist du Allergikerin?
  5. Hast du psychische Erkranungen (z.B. Depressionen)? Nimmst du Psychopharmaka?
  6. Wie ist die Krankheitsgeschichte deines Partners, deiner Eltern, Geschwister sowie Großeltern (z.B. Diabetes, Allergien, Krebs, Bluthochdruck)?
  7. Wie verliefen bisherige Schwangerschaften und Entbindungen? Hattest du bereits Fehlgeburten? Gab es in Vorschwangerschaften Komplikationen? Wie geht es deinem Kind bzw. deinen Kindern gesundheitlich?
  8. Wie ist deine Ernährung? Bist du Raucherin? Trinkst du regelmäßig Alkohol? Nimmst du andere Drogen?
  9. Wie ist deine familiäre Situation? War die Schwangerschaft geplant und wird sie auch vom Partner bzw. der Familie akzeptiert? Wie ist dein soziales Umfeld? Bist du arbeitslos? Bist du berufstätig?
  10. Wie geht es dir an deinem Arbeitsplatz? Musst du körperlich schwere Arbeiten erledigen? Kommst du in Kontakt mit Risiken für dich oder dein Baby (z.B. Chemikalien)? Musst du beruflich viel verreisen?

Aktuelle Blutbefunde, einen Allergiepass sowie einen bereits vorhandenen Mutterpass bzw. Mutter-Kind-Pass solltest du zum ersten Besuch beim Frauenarzt unbedingt mitnehmen.

Unser Tipp: Such dir eine Hebamme – so früh wie möglich!
Am besten siehst du dich schon zu Beginn der Schwangerschaft nach einer Hebamme um. Sie ergänzt die Untersuchungen bei deiner Frauenärztin. So hast du zwei kompetente Ansprechpartner für die verschiedenen Themenbereiche, die dich durch die Schwangerschaft begleiten. Und: Viele Hebammen machen auch Hausbesuche. In unserem Beitrag “Fragen an die Hebamme” verraten wir dir auch, wie du in Österreich und Deutschland eine Hebamme findest. Mehr lesen…

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