So läuft der Zuckerbelastungstest in der Schwangerschaft
Kugelzeit

Wie läuft der Zuckerbelastungstest? Ein Erfahrungsbericht

Zwischen fünf bis zehn Prozent der Schwangeren erkranken an Schwangerschaftsdiabetes – mit leider steigender Tendenz. Ich verrate dir, wie ein Zuckerbelastungstest in der Praxis abläuft und warum die Untersuchung so wichtig für dich und dein Baby ist.

Was misst der Zuckerbelastungstest?

Schwangerschaftsdiabetes kann im zweiten oder dritten Trimester auftreten. Erhöhte Blutzuckerwerte können – wenn unerkannt und unbehandelt – zu erhöhten Schwangerschafts- und Geburtskomplikationen führen. Dazu gehören u.a. ein enormes Geburtsgewicht, eine Mangeldurchblutung der Plazenta oder kindliche Missbildungen. Die gute Nachricht: In den meisten Fällen verschwindet diese Art von Diabetes nach der Geburt wieder. Schätzungen zufolge erkranken bis zu 10 % der Schwangeren an einer Zuckertoleranzstörung – das Risiko sollte daher keinesfalls unterschätzt werden.

Bei jeder Vorsorgeuntersuchung während der Schwangerschaft wird bei der Frauenärztin der Urin auf Spuren von Zucker (Glukose) untersucht. Zusätzlich wird allen Schwangeren im Rahmen der Mutter-Kind-Pass-Untersuchung ein Zuckerbelastungstest zwischen der 24. bis 28. SSW empfohlen. Der orale Glukose Toleranz-Test (Zuckerbelastungstest, kurz auch oGTT) dient dem Nachweis eines gestörten Glukosestoffwechsels (Glukosetoleranzstörung). Falls bei dir ein erhöhtes Risiko für Diabetes besteht, kann der Test auch schon zwischen der 12. bis 16. SSW stattfinden.

Symptome der Schwangerschaftsdiabetes sind u.a.

  • starkes Durstgefühl
  • häufiges Wasserlassen
  • Harnwegsinfekte
  • übermäßige Gewichtszunahme
  • starke Müdigkeit
  • Hautjucken
  • Zucker im Urin
  • zu groß gewachsendes Kind (gemessen an der SSW)

So läuft der Zuckerbelastungstest

Im Rahmen der 3. Mutter-Kind-Pass-Untersuchung bekommst du von deiner Frauenärztin eine Überweisung für ein (kleines) Blutbild sowie einen oralen Glukosetoleranztest (oGTT). Bis zur 4. Untersuchung hast du nun Zeit, diesen Test zu absolvieren. Mein erster Tipp: Für den Zuckerbelastungstest wirst du einen Termin im Labor benötigen – nur in seltenen Fällen kannst du ohne Terminvereinbarung vorbeikommen. Mach dir am besten schon vor der 3. MuKi-Untersuchung einen Termin im Labor aus. Die Termine für den Blutzuckerbelastungstest finden sehr früh zwischen 7.00 und 10.00 Uhr statt.

Am Abend vor dem Test solltest du nicht Völlern – eine große Portion Pommes mit Burger und Kuchen sind also tabu. Iss’ am besten einen Salat mit Vollkornbrot. Vor dem Termin musst du außerdem nüchtern sein, d.h. iss’ auf keinen Fall zu spät – bis 20 Uhr ist in Ordnung. Außerdem solltest du gesund und fieberfrei sein. Am Morgen des Tests darfst du leider auch nicht Frühstücken. Getränke wie Wasser oder ungesüßte Tees kannst du natürlich weiterhin genießen. Medikamente könnten das Ergebnis verfälschen – daher darfst du diese morgens nicht einnehmen.

Plane für den gesamten Test ungefähr zwei bis drei Stunden Zeit ein. Dir wird insgesamt drei Mal Harn bzw. Blut abgenommen. Nimm’ dir also ein Buch, ein Magazin oder deinen Laptop mit, damit du dir die Zeit vor Ort vertreiben kannst. Auch ein Snack für die Zeit nach dem Test ist empfehlenswert (z.B. kleines Brötchen, Müsliriegel, Nüsse etc.).

Nachdem du im Labor angekommen bist, geht es direkt aufs WC für eine Harnprobe und dir wird eine erste Blutprobe abgenommen. So wird dein Nüchtern-Blutzucker gemessen. Danach bekommst du ein recht süßes Getränk. Dafür werden in 200 bis 300 ml Wasser 75 g Glukose aufgelöst. Im Winter wird dir meist ein Heißgetränk serviert – es schmeckt ähnlich wie ein zu stark gesüßter Früchtetee. Du hast fünf Minuten Zeit, um das Glas bzw. die Tasse auszutrinken.

Danach heißt es die erste Stunde warten. Trinken und essen sind in dieser Zeit genauso verboten wie ein Gang zum WC oder zu viel Bewegung. Daher bleibst du in dieser Zeit im Labor. Am besten machst du es dir im Warteraum gemütlich und beschäftigst dich still.

Nach einer Stunde geht es zur zweiten Blutabnahme sowie Harnprobe. Die Assistentin wird sich auch nach deinem Gesundheitszustand erkundigen – also etwa, ob dir übel ist oder du dich unwohl fühlst.

Danach heißt es wieder Geduld bewahren und erneut 60 Minuten pausieren – ohne Essen, Trinken und Bewegung. Auch Pipi machen ist wieder verboten. Wer dringend aufs WC muss, muss sich weiter gedulden.

Nach knapp zwei Stunden Wartezeit geht es zur dritten und letzten Blutabnahme. Auch darfst du erneut in ein kleines Becherchen pinkeln, um deinen Harn abzugeben. Dafür ist es dann geschafft und du darfst nach einem großen Schluck Wasser endlich etwas essen und nach Hause gehen. Den Befund bekommst du per E-Mail oder Post – bei den meisten Labors hast du die Wahl, wie du die Ergebnisse zugestellt bekommen willst.

Wichtig: Sollte dir während der Untersuchung übel oder unwohl werden, gib unbedingt dem Fachpersonal im Labor Bescheid. Es kann gerade in der Schwangerschaft vorkommen, dass Frauen mit leerem Magen und etwas Nervosität schwindelig wird.

Meine Empfehlung: IHR LABOR in Wien
Für meine Blut- und Harn-Untersuchungen sowie für den Zuckerbelastungstest war ich bei “IHR LABOR“. Dieses Institut hat verschiedene Niederlassungen in ganz Wien. Für eine Vielzahl der Tests brauchst du keinen Termin und kannst einfach vorbeikommen. Beim Zuckerbelastungstest habe ich rund zwei Wochen vor der Mutter-Kind-Pass-Untersuchung einen Termin vereinbart. Die Untersuchung verlief kompetent, das Personal war sehr freundlich und auch der Befund war bereits am Abend online abrufbar. Mit Überweisung vom Arzt ist die Untersuchung für dich kostenlos – sie wird von der Krankenkasse übernommen.

Was sagen die Werte beim Glukosetoleranztest aus?

Folgende Grenzwerte werden beim Glukosetoleranztest herangezogen:

BlutabnahmeWert
nüchtern< 92 mg / dl
nach 1 Stunde< 180 mg / dl
nach 2 Stunden< 153 mg / dl
Die Grenzwerte beim Zuckerbelastungstest

Ist ein Wert erhöht, spricht man von einer eingeschränkten Glukosetoleranz, bei zwei oder sogar drei erhöhten Werten liegt ein Schwangerschaftsdiabetes vor. Bei den meisten Schwangeren genügt eine Umstellung der Ernährung mit wenig Zucker und vielen komplexen Kohlehydraten. Außerdem ist Ausdauersport (z.B. Nordig Walking, Schwimmen, Spazieren gehen) sehr empfehlenswert. Nur in Ausnahmefällen erfolgt eine Behandlung mit Insulin.

Mein Tipp: Befund mit der Ärztin besprechen und NICHT mit Dr. Google
Sobald die werdende Mama den Befund in der Hand hält und auch nur ein Wert (leicht) erhöht ist, beginnt die große Suche auf Google: Was bedeuten die Werte für mich und mein Baby? Mein Tipp an alle Schwangeren: Ruhe bewahren und die Ergebnisse mit der Ärztin bzw. Hebamme besprechen. Auch bei mir war ein Wert leicht über dem Grenzwert und dennoch war kein Grund zur Beunruhigung. Jede Schwangere is(st) einfach anders. Lass dich bloß nicht durch gut gemeinte Ratschläge in Babyforen verunsichern. Ich spreche aus eigener Erfahrung. 😉

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