Tipps für das Wochenbett
Wochenbett & Stillen

10 Tipps für das Wochenbett: Die Zeit nach der Geburt

Die Zeit des Wochenbetts ist ein ganz außergewöhnlicher Lebensabschnitt für Mama, Papa und das Neugeborene. Es ist die Phase, um das Baby in Ruhe kennen zu lernen, seine Körpersprache zu verstehen und seine Eigenheiten zu begreifen. Ich habe ein paar Tipps für das Wochenbett zu Hause und in der Klinik zusammengefasst.

Die “Flitterwochen” mit dem Baby

Das Wochenbett ist der Beginn einer neuen Liebesbeziehung zwischen den frischgebackenen Eltern und ihrem Neugeborenen. Es ist eine Zeit, die viel Geduld und Kraft von der Jungfamilie benötigt. Als Wochenbett bezeichnet man langläufig die ersten acht Wochen nach der Geburt der Plazenta. Diese Wochen sollen intensiv für die Erholung sowie zum Aufbau der Beziehung zum neuen Mitbewohner genutzt werden.

Der Begriff “Wochenbett” geht auf seine ursprüngliche Bedeutung zurück. Früher verbrachte die frisch gebackene Mama die erste Woche tatsächlich im Bett – immer begleitet von einer Hebamme. Die Frau wurde idealerweise von der Großfamilie oder der ganzen Dorfgemeinschaft versorgt. Diese Kultur ist in unserer heutigen Zeit leider verloren gegangen.

Die junge Mama darf die ersten acht (bei einem Kaiserschnitt zwölf) Wochen nach der Geburt nicht beschäftigt werden. Auch bei Frühgeborenen oder Mehrlingen verlängert sich die Frist auf zwölf Wochen.

In dieser Zeit ist also vor allem eines angesagt: genügend Zeit und Ruhe, Bonding fördern, Pflege und Fürsorge gewährleisten und äußere Reize minimieren. Denn der Körper hat in den letzten Wochen wahrlich ein kleines Wunder geschaffen und muss sich ausreichend erholen.

Hebammen-Betreuung im Wochenbett: Leistungen der Krankenkasse

Grundsätzlich gilt: Jede Frau in Deutschland und Österreich kann die Hilfe einer Hebamme in Anspruch nehmen. Die Hebammen-Betreuung ist eine Leistung der Krankenkassen.

Österreich

In Österreich hast du Anspruch auf einen Hausbesuch täglich vom 1. bis zum 5. Tag nach der Geburt – bei einem Kaiserschnitt, einer Mehrlings- oder Frühgeburt verlängert sich dies bis zum 6. Tag. Diese Leistungen werden von der Krankenkasse übernommen.

Zwischen dem 6. Tag bis zur 8. Woche nach der Geburt kannst du sieben weitere Hausbesuche bzw. Sprechstunden in Anspruch nehmen. Weitere Informationen zu den Leistungen und Kosten der Hebammen-Beratung in Österreich bekommst du unter hebammen.at

Deutschland

Auch in Deutschland hat jede Mutter Anspruch auf Hebammenhilfe. Bei einer begründeten Notwendigkeit bezahlen die Krankenkassen nach den ersten zehn Tagen bis zur achten Woche nach der Geburt 16 weitere Beratungen – bei dir zu Hause oder telefonisch.

Wichtiger Tipp: So früh wie möglich nach einer Hebamme suchen!
Suche dir so früh wie möglich in der Schwangerschaft eine Hebamme. Empfehlenswert ist die Suche bereits im 1. Trimester. In unserem Beitrag “25 Fragen an die Hebamme im Erstgespräch” verraten wir dir, wo du eine Hebamme findest.

Tipps für das Wochenbett zu Hause

Nach einer ambulanten, komplikationslosen Geburt gehen viele Frauen bereits am selben oder am nächsten Tag wieder nach Hause. Sie wollen die gewohnte, ruhige und erholsame Atmosphäre zum “Bonding” mit dem Neugeborenen zu Hause nutzen. Denn viele fühlen sich in den eigenen vier Wänden einfach am wohlsten.

Verbringst du das Wochenbett zu Hause, sind in Österreich bis zum 5. (bzw. 6.) Tag nach der Geburt tägliche Hebammen-Besuche vorgesehen. In Deutschland kann dich die Hebamme sogar bis zum zehnten Tag täglich zu Hause besuchen.

Tipps für das Wochenbett in der Klinik

Insbesondere nach schwierigen Geburten oder einem Kaiserschnitt verbringen viele Mütter die ersten Tage im Wochenbett in der Klinik. Viele Spitäler bieten dafür Familienzimmer (Zimmer für Mama, Papa und Baby) bzw. Ein- bis Zweibett-Zimmer an, damit die Jungfamilie zur Ruhe kommen kann. Beachte dabei, dass es bei diesen Zimmern zu Zuzahlungen von bis zu 100 bis 150 Euro pro Tag kommen kann. Diese werden nicht von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen, können aber bei einer Privatversicherung geltend gemacht werden.

Viele Frauen schätzen die medizinischen Betreuungsmöglichkeiten nach der Geburt durch die Klinik, vor allem, wenn sie zum ersten Mal ein Baby bekommen. Die tägliche Betreuung durch Ärzte und Hebammen gibt der Familie ein sicheres Gefühl und kann helfen, sich in der neuen Situation zurecht zu finden. Du kannst diese Zeit in der Klinik nutzen, um die Hebammen um Tipps rund um Babypflege, Stillen, Nabelpflege, Wickeln, Baden etc. zu bitten. Durch die Unterstützung des Fachpersonals bekommst du die nötige Sicherheit im Umgang mit deinem Baby.

Besonderheit: Wochenbett nach einem Kaiserschnitt
Ein Kaiserschnitt ist eine größere Bauchoperation, die auch Schmerzen bedeutet. Du wirst daher besonders am Anfang Unterstützung bei der Pflege deines Babys benötigen. In vielen Kliniken ist es üblich, dass die Frau bis zu sechs Tage nach der Operation im Krankenhaus bleibt. Achte darauf, dass du noch am gleichen Tag – mit Unterstützung! – versuchst aus dem Bett herauszukommen. Am ersten Tag wirst du außerdem noch Schmerzmittel benötigen. Einem normalen Stillbeginn steht dies aber trotzdem nicht im Wege. Lass dich am besten von deiner Hebamme beraten, wie die ersten Tage im Wochenbett ablaufen werden und welche Tipps sie dir an die Hand geben kann.

10 Tipps für das Wochenbett

Mit folgenden Tipps für das Wochenbett schaffst du den perfekten Rahmen für die neue Zeit als Jungfamilie.

Unterstützung suchen

Nicht umsonst heißt es “Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind zu erziehen”. In unserer schnelllebigen Zeit ist dieses Credo leider verloren gegangen. Gerade Mütter sind in den ersten Tagen nach der Geburt auf sich allein gestellt und müssen neben dem Baby auch noch den Haushalt schmeißen. Da kommt die so dringend benötigte Ruhe im Wochenbett viel zu kurz. Daher gilt: Schon während der Schwangerschaft unbedingt nach Unterstützung suchen. Das können die Omas und Opas sein, die auf ältere Geschwister aufpassen; gute Freunde, die den Einkauf erledigen; eine Haushaltshilfe, die sich um die Wohnung kümmert oder auch der eigene Ehemann, der sich die ersten Wochen von der Arbeit frei nimmt und für seine junge Familie da ist.

Vorräte anlegen

Schon in den letzten Wochen der Schwangerschaft könnt ihr damit starten, den Tiefkühler mit guten Gerichten aufzustocken. Kocht dafür ganz normal, aber macht von allem eine doppelte Portion. Diese könnt ihr prima einfrieren – so habt ihr im Wochenbett immer ein gutes Essen parat. Denn es wird euch nicht nur die Zeit zum Kochen fehlen, ihr werdet auch viel Energie benötigen – insbesondere die stillende Mama.

Alternative: Zu Besuch kommen darf nach der Geburt nur, wer etwas zu Essen mitbringt (oder sich im Haushalt nützlich macht).

Hebammenberatung nutzen

Scheut euch nicht die euch zustehende Hebammenberatung im Wochenbett in Anspruch zu nehmen. Hebammen sind ein wunderbares Sicherheitsnetz und auch in Notfällen für euch erreichbar. Vor allem für Eltern, die zum ersten Mal ein Baby bekommen, ist eine Hebamme eine unverzichtbare Unterstützung. Sie können in Zeiten der größten Verzweiflung nicht nur Trost spenden, sondern auch mehr Sicherheit im Umgang mit dem Baby verleihen.

Viel trinken

Stillende Mamas müssen immer flüssig bleiben. Ganze drei Liter pro Tag sollten es sein. Am besten du gewöhnst dir gleich von Beginn an, vor jeder Stillmahlzeit ein großes Glas Wasser zu trinken. Zusätzlich zu Wasser sind auch ungesüßte Tees, stark verdünnte Fruchtsäfte und Milch empfehlenswert. Wir verraten dir in unserem Beitrag “Trinken in der Schwangerschaft“, warum ausreichend Flüssigkeit in der Schwangerschaft und Stillzeit so wichtig ist.

Kuschelnester einrichten

Auch wenn es “Wochenbett” heißt, willst du natürlich nicht 24 Stunden am Tag im Bett verbringen. Richte dir für dich und deinen Schatz ein paar gemütliche Kuschelecken in der Wohnung bzw. im Haus ein. Das kann die Couch, eine Liege im Garten oder ein gemütlicher Ohrensessel sein. Letzterer ist besonders zum Stillen in Kombination mit einem Stillkissen praktisch.

Erstausstattung für die Mama bereithalten

Schon vor der Geburt des Babys solltest du dir alle notwendigen Dinge besorgen, die du für ein entspanntes und ruhiges Wochenbett als Mama benötigst. Wir verraten dir in unserer praktischen Checkliste fürs Wochenbett, was du dafür alles benötigst.

Handy aus!

Ruhe sind im Wochenbett das A und O für die frisch gebackene Mama und das Neugeborene. Natürlich willst du jedem sofort dein Baby zeigen. Das muss aber nicht unbedingt schon in den ersten Tagen des Wochenbetts (oder schon in der Klinik) geschehen. Überlege dir gemeinsam mit deinem Partner, wie du dafür sorgen kannst, dass du nicht von Gästen überrannt wirst. Außerdem: Schalte auch mal das Handy aus und gönn’ dir ein paar Stunden nur für dich und dein kleines Wunder.

Umstandsmode noch nicht einmotten

Am Ende der Schwangerschaft können viele Frauen die Umstandskleider nicht mehr sehen und wollen diese weit hinten im Schrank verstauen oder am besten gleich ganz loswerden. Damit solltest du allerdings noch ein paar Wochen warten. Was dir im sechsten Monat gepasst hat, dürfte im Wochenbett gerade richtig sein. Und: Es wird bald wieder die Zeit kommen, wo du in deine normale Kleidung schlüpfen darfst!

Für Unterhaltung sorgen

Eins ist klar: Das Baby steht natürlich ab sofort im Mittelpunkt. Doch wenn es mal zur Ruhe kommt und schläft, ist auch mal die Mama dran. Kauf dir vorab ein paar Bücher und Magazine, die du unbedingt lesen wolltest, setze dir ein paar Hörbücher bzw. -spiele auf deine Merkliste und genieße auch Mal eine Serie auf Netflix, Amazon Prime & Co. Ein wichtiger Tipp: Kümmere dich nicht in der ersten ruhigen Minute um den Haushalt, sondern um dich!

Zeit mit dem Baby genießen

Die Versuchung ist groß, gleich nach der Geburt wieder richtig loslegen zu wollen. Denn schließlich bist du ja nicht krank. Vergiss aber nicht, dass du und dein Baby viel Zeit benötigen werden, um sich aneinander zu gewöhnen. Auch dein Körper muss sich von Schwangerschaft und Geburt erholen. Geduld und Ruhe sind gefragt, damit es mit dem Stillen klappt. Vergiss nicht: Das Leben draußen läuft nicht davon. Und die Zeit im Wochenbett wird schneller vergehen als dir lieb ist. Genieße diese intime und innige Zeit – sie kommt nie wieder zurück.

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