Kinderwagen: Ja oder Nein? Ist ein Kinderwagen fürs Baby wirklich nötig?
Baby & Geburt

Kinderwagen: Ja oder Nein?

Keine Checkliste für die Erstausstattung des Babys kommt ohne ihn aus: Den Kinderwagen. Doch viele werdende Eltern fragen sich vor der Geburt: Ist ein Kinderwagen heute überhaupt noch notwendig? Und welche Alternativen gibt es? Ich habe Tipps und erzähle euch, warum ich auf einen Kinderwagen (weitgehend) verzichte.

Brauchen wir einen Kinderwagen: Ja oder Nein?

Er ist meist das teuerste Stück auf der Liste für die Erstausstattung für das Baby: Der Kinderwagen. Und dennoch entscheiden sich heute viele werdende oder frisch gebackene Eltern gegen ihn. Die Frage: “Kinderwagen: Ja oder Nein?” ist im Voraus nicht ganz einfach zu beantworten, v.a. wenn man zum ersten Mal ein Baby bekommt und noch keine Erfahrungen mit dem Thema hat. Denn so ein Kinderwagen bringt Vorteile, aber auch ein paar Nachteile mit sich.

Vorteile eines Kinderwagens

  • Das Baby kann unterwegs schlafen, da viele Kinder positiv auf das Schaukeln des Wagens reagieren.
  • Viele Babys finden durch einen Kinderwagen einfacher in den Schlaf
  • Moderne Kinderwagen sind leichtgängig und angenehm zu schieben
  • Es gibt unterschiedliche Modelle mit verschiedener Bereifung für Stadt, Wald und Land
  • In vielen Modellen ist ein praktischer Einkaufskorb integriert
  • Im Sommer liegt das Baby im Wagen im Schatten
  • Der Kinderwagen kann auch als Wickeltisch genutzt werden

Nachteile eines Kinderwagens

  • Der Kinderwagen braucht Platz: in der Wohnung, im Haus, im Keller, im Auto etc.
  • Das Auseinanderbauen und Zerlegen kann ganz schön nervig sein, v.a. wenn man kein großes Auto hat
  • Je nach Kofferraum passt außer dem Wagen nichts anderes rein (z.B. Einkäufe) – oft nicht mal die Babywanne
  • Im Herbst und Winter hat man Schneematsch und Dreck im Auto
  • Manche Kinder wollen einfach nicht weggelegt und in einem Kinderwagen geschoben werden
  • Die Kinderwägen sind oft sehr „breit“, was besonders in der Stadt (z.B. beim Einkaufen oder in den öffentlichen Verkehrsmitteln) ein Problem ist
  • Gute Modelle sind oft teuer in der Anschaffung und einige Aufsätze (z.B. Babywanne direkt nach der Geburt bis ca. 6 Monate) werden nicht wirklich oft und lange genutzt

Warum ich Babytragen bevorzuge

Auch für mich war von Anfang an klar: Wir brauchen unbedingt einen Kinderwagen – denn der steht doch immer auf jeder Checkliste fürs Baby! Und wie sollen wir überhaupt ohne so ein Teil auskommen? Doch schon nach zwei bis drei Wochen nach der Geburt unseres kleinen Wunders wurde ich eines Besseren belehrt: Denn der Kinderwagen stand ungenutzt im Keller unseres Wohnhauses – und die Babywanne stand (schon etwas angestaubt) im Abstellraum. So hatte sich relativ schnell heraus kristallisiert: Auch mein Baby ist ein Tragling. Logisch, schon unsere Vorfahren wurden ausnahmslos durch die Gegend getragen. Und so ein großer Kinderwagen ist in der Stadt einfach total unpraktisch. So stiegen wir relativ unbewusst vom Schieben aufs Tragen um. Es war (und ist bis heute) einfach praktischer für alle Beteiligten. Denn die Vorteile von Babytragen liegen für mich ganz klar auf der Hand:

  • Babytragen stärken die Bindung zwischen Baby und Mama bzw. Papa
  • Die Eltern haben die Hände frei für Haushalt, Wäsche oder auch einfach Mal einen Kaffee mit Kuchen vor dem TV
  • Durch die Nähe zu Mama bzw. Papa weinen bzw. schreien viele Kinder wenig bis gar nicht
  • Die Sitzhaltung sowie die Körperwärme helfen gegen Bauchweh, Blähungen bzw. Koliken
  • Viele Babys schlafen in der Trage besser, z.B. beim Zahnen
  • Babytragen sind günstiger als Kinderwägen und brauchen weniger Platz
  • Mit etwas Übung kann Mama sogar lernen in der Trage zu stillen
  • Tragen ist in der Stadt besonders praktisch, z.B. in der U-Bahn, beim Einkaufen oder auf holprigen, engen Wegen

Sicher, Babytragen haben auch ihre Nachteile. So kann es vor allem im Sommer an heißen Tagen sehr hitzig in der Trage für Baby, Mama und/oder Papa werden. Und natürlich muss man/frau auch immer etwas Zusatzgewicht rumschleppen, das kann am Anfang ganz schön Rückenschmerzen verursachen. Dennoch überwiegen für mich die Vorteile. Vor allem die Nähe zu deinem kleinen Entdecker ist wunderbar. Und mal ehrlich: Wie schnell geht diese Zeit vorbei, wo Mama bzw. Papa ihr Kind herumtragen können?

Bei Babytragen gibt es übrigens keine Altersbeschränkung, da es verschiedene Tragehilfen für die verschiedenen Alters- und Gewichtsklassen gibt! Bis zu welchem Alter du dein Kind trägst, kommt also ganz auf dich und dein Baby an. Es gilt: So lange es für dich und dein kleines Wunder angenehm ist, so lange könnt ihr natürlich weiterhin eine Babytrage verwenden.

Babytragen: Meine Favoriten

Wir haben verschiedene Babytragen ausprobiert und uns letztlich für drei verschiedene Tragen entschieden:

  • Koala Babycare Baby-Tragetuch (gekauft): Für mich eine tolle Babytrage für die ersten vier bis fünf Monate mit Baby. Sie vereint die Vorteile eines Tragetuchs, da der Stoff elastisch ist und nachgibt. Der Rückenteil ist verstärkt und muss nicht gebunden werden. Die Babytrage ist sehr bequem, sodass wir unseren Kleinen bis zu drei Stunden in dem Tuch getragen haben.
  • Manduca Sling (gekauft): Die Manduca Sling ist ein elastisches Babytragetuch, welches verschiedene Wickeltechniken erlaubt. So kann das Tuch als Bauchtrage, Wickelkreuztrage oder Hüfttrage gebunden werden. Für mich ist das Tragetuch sehr gut für zu Hause geeignet, da das elastische Tuch bequem ist und keine Druckstellen aufweist. Unterwegs haben wir das Tuch kaum genutzt, da der elastische Stoff mit der Zeit nachgibt und nachgebunden werden muss.
  • emaibaby (ausgeborgt): Die emaibaby Babytrage vereint die Vorteile von Tuch und Trage. Wir hatten das Glück, uns die Trage ausborgen zu können. Sie ist schnell und einfach anzulegen, der Rückenteil des Babys ist wie ein Tragetuch geformt und die Träger ermöglichen einen sehr guten und festen Sitz. Wir haben die Trage ab dem dritten Monat eingesetzt – vor allem unterwegs. Mit der emaibaby ist auch eine längere Wanderung kein Problem. Denn der Träger hat einen sehr guten und stabilen Halt im Rücken, während das kleine Wunder im Tuch bequem sitzt (und schläft). Die Trage kann sowohl für Neugeborene auf dem Bauch als auch für ältere Kinder am Rücken getragen werden.

Tragen oder Schieben: Was ist das Richtige für mich und mein Baby?

Diese Frage muss jede Familie für sich selbst beantworten. Mein Tipp: Wartet mit dem Kauf des Kinderwagens bzw. der Babytrage bis nach der Geburt eures kleinen Wunders. So habt ihr nach der Geburt etwas Zeit um herauszufinden, was für euch und euer Baby richtig ist.

Es gibt Babys, die das Liegen und Fahren im Kinderwagen wahrlich „hassen“. Sie können überhaupt nicht entspannen bzw. schlafen und brauchen die Nähe von Mama oder Papa. Für diese Kinder ist eine Babytrage oder ein Tragetuch die perfekte Lösung. Und natürlich gibt es auch Babys, die gar keine Freunde von Tragehilfen sind und sich die Welt lieber aus dem Kinderwagen ansehen. Daher mein Tipp: Lernt euer Kind in Ruhe kennen und borgt euch dann erstmal einen Kinderwagen bzw. eine Trage aus. Wenn ihr wisst, wie sich euer Baby am wohlsten fühlt, könnt ihr auch kurzfristig einen Kinderwagen und/oder eine Babytrage kaufen.

Kinderwagen: Ja oder Nein? Deine Tipps sind gefragt!

Trägst du dein Kind (noch) oder bist du lieber mit dem Kinderwagen unterwegs? Bis zu welchem Alter hast du dein Kind getragen? Wir freuen uns über deine Erfahrungen zum Thema in unseren Kommentaren.

Dieser Beitrag enthält Affiliate-Links. Empfehlungen auf Basis persönlicher Erfahrung. Keine (bezahlte) Kooperation.

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