5 Tipps gegen wunde Brustwarzen
Wochenbett & Stillen

5 Tipps bei wunden Brustwarzen

Es gibt wohl kaum eine stillende Mama, die das Problem nicht kennt: wunde Brustwarzen. Gerade zum Beginn der Stillzeit sind Mutter und Baby noch nicht eingespielt, die Brustwarze muss sich erst an die Belastung durch das ständige Saugen gewöhnen und auch die Anlegetechnik will geübt sein. Auch mein Stillbeginn war durchwachsen und v.a. durch wunde Brustwarzen geprägt. Daher fasse ich dir meine fünf besten Tipps bei wunden Brustwarzen zusammen.

Mein Stillbeginn: Eine Achterbahnfahrt (der Gefühle)

Obwohl ich mich bereits vor der Geburt meines kleinen Wunders mit dem Thema Stillen theoretisch auseinander gesetzt hatte (Buchempfehlung: Stillen von Mártha Guóth-Gumberger), wusste ich kurz nach der Entbindung: Stillen ist Übungssache und will gelernt sein. So war es natürlich kein Nachteil, das Wissen schon einmal in Buchform gelesen zu haben. Doch die praktische Umsetzung mit Baby direkt nach der Geburt ist eine ganz andere Sache.

Mein Stillbeginn war also holprig. Der kleine Zwerg hat schon in der zweiten Nacht nach der Geburt so stark “geclustert” (also an meiner Brustwarze gesaugt, gesaugt und gesaugt…), dass er mehr oder weniger acht Stunden am Stück an meiner Brust hing. Und die machte diese Belastung leider nicht lange mit. So hatte ich an Tag 3 wunde Brustwarzen, zum Teil sogar blutig. Und diese offenen Wunden haben letztlich zu einer Entzündung (Mastitis) und einem Milchstau geführt. Wahrlich kein guter Start in die Stillzeit!

Meine Online-Recherchen sowie viele Gespräche mit meiner Hebamme haben gezeigt: Stillen will gelernt sein. Und viele Frauen sind heute von Problemen beim Stillen betroffen. Natürlich enden nicht alle Geschichten wie bei mir mit einem Milchstau, aber gerade wunde Brustwarzen bereiten fast allen stillenden Mamas große Probleme. Daher will ich dir meine fünf Tipps ans Herz legen, die mir besonders gut durch diese anstrengende Zeit geholfen haben.

Wunde Brustwarzen: Meine 5 besten Tipps

Tipp 1: Silberhütchen

DER Lebensretter in meiner Stillzeit. Auf Empfehlung meiner Hebamme habe ich mir kurz nach der Geburt meines Sohnes Silberhütchen besorgt. Eigentlich gehören diese Hütchen schon in die Kliniktasche – denn hätte ich das Produkt früher gehabt, hätte ich mir sicher einige Schmerzen erspart. Die Hütchen werden in den Stillpausen direkt auf der Brustwarze getragen. Silber hat antibakterielle Eigenschaften. So schützt und beruhigt das Silberhütchen wunde Brustwarzen. Zusätzlich beugen die Hütchen Reibungen durch Still-BHs oder -Tops vor. Ein weiterer Pluspunkt: Die Silberhütchen sind nachhaltig, da ihr auf Cremes oder Kompressen weitgehend verzichten könnt.

Achtet beim Kauf unbedingt darauf, dass das Hütchen aus reinem Silber besteht und frei von Kupfer und Nickel ist. Denn viele Frauen reagieren auf diese Stoffe allergisch. Die Hütchen gibt es auf Amazon schon um die 40 Euro.

Tipp 2: Stillhütchen

Ist der Schaden erstmal angerichtet, wird das Stillen mit offenen bzw. wunden Warzen zu einer schmerzhaften Angelegenheit. Doch die motivierte und gute Mama will natürlich weiterstillen. Denn Abpumpen und die Muttermilch per Flasche zufüttern oder gar auf Pre-Nahrung umzusteigen war für mich keine Option. Denn das Waschen und Desinfizieren der Flaschen, Schnuller, Pumpe usw. ist doch aufwendiger und mühsamer als gedacht. Und zum Glück sind die Wunden überhaupt kein Grund das Stillen aufzugeben.

Die Lösung fürs Stillen: Stillhütchen oder Brusthütchen. Die Hütchen werden während des Stillens auf die Brustwarze gelegt und ermöglichen so ein schmerzfreieres Stillen. Natürlich wird ein gewisser “Restschmerz” bleiben – da helfen die besten Brusthütchen nicht. Die Hütchen sind aus sehr dünnem Silikon, BPA-frei und haben eine kleine praktische Öffnung an der Seite, wodurch die Nase des Babys direkt auf der Haut aufliegt und nicht auf dem Plastik.

Mein Tipp: Brusthütchen lieber eine Nummer größer bestellen, da es sonst zu Reibungen zwischen dem Silikon und der Brust kommen kann. Ich habe mich gleich für Größe L entschieden, obwohl meine Brust wahrlich kein Atombusen ist. Und mein kleiner Zwerg hat zwar ein eher kleines Mündchen, konnte das Brusthütchen aber trotzdem gut fassen und saugen.

Tipp 3: Luft, Wollfett und MAM Kompressen

Um die Heilung der wunden Brustwarzen zu beschleunigen, habe ich drei verschiedene Methoden angewandt, die für mich alle sehr gut funktioniert haben:

  • Nach dem Stillen die Brustwarze an der Luft trocknen lassen. Die Wundheilung an der Luft funktioniert immer noch am besten. Ideal ist es, wenn du ein wenig Muttermilch auf die Warzen aufträgst. Das klappt direkt nach dem Stillen sehr gut.
  • Wollfett (z.B. von Medela oder Lansinoh) unterstützt den Heilprozess zusätzlich. So bleibt die offene Wunde feucht und kann besser heilen. Das Fett muss vor dem Stillen nicht abgewaschen werden und ist für das Baby unbedenklich.
  • Die MAM Kompressen werden von fast allen stillenden Mamas als Wunderwaffe bei offenen Brustwarzen beschrieben. Sie unterstützen die Wundheilung durch ihre beruhigende Wirkung und neutralisieren ähnlich wie die Silberhütchen schädliche Mikroorganismen. Mein Tipp: Kompressen im Kühlschrank aufbewahren – so entfalten sie ihre kühlende Wirkung besonders gut. Außerdem verwende ich gerne eine Kompresse für beide Brustwarzen – dafür einfach ein Blättchen in der Mitte durchschneiden (Schere vorher desinfizieren!). Auch nach Anwendung der Kompressen kann direkt gestillt werden, da die Inhaltsstoffe für das Baby unbedenklich sind.

Mein Tipp: Einen Tropfen Wollfett in das Silberhütchen geben und in den Stillpausen in den BH direkt auf die Brustwarze legen. Ich verwende gerne die Purelan Brustwarzensalbe von Medela. Sie ist nicht nur günstiger als das Produkt von Lansinoh, sondern lässt sich auch besser dosieren.

Tipp 4: Hygiene und Desinfektion

Wenn es ums Stillen geht, ist Hygiene das A und O. Das gilt ganz besonders für offene und/oder wunde Brustwarzen. Daher gilt: Täglich Duschen und Still-BH bzw. Kleidung wechseln. Oberteile bei mindestens 40 Grad waschen, wenn möglich sogar 60 Grad. Zusätzlich desinfiziere ich meine Brustwarzen jeden Tag morgens, mittags und abends mit Octenisept. Der Spray ist günstig in der (Online-)Apotheke zu haben und passt auch in die Wickeltasche fürs Stillen unterwegs oder auf Reisen.

Tipp 5: Anlegetechnik prüfen

Die richtige Anlegetechnik spart Mama und Kind viele Probleme. Daher sollte sich jede Mutter gleich zu Stillbeginn die richtigen Techniken von einer Hebamme oder Stillberaterin zeigen lassen. Das kann die eigene Wahlhebamme sein, aber auch eine Hebamme oder Beraterin in der Klinik. Nimm’ diese Angebote unbedingt in Anspruch, da viele Stillprobleme leider immer noch auf ein falsches Anlegen des Babys bzw. Kindes zurückzuführen sind. Auch in meinem Fall war dies die Wurzel allen Übels.

Außerdem solltest du deine Anlegetechnik regelmäßig prüfen. So kann es auch bei schon routinierten Mamas vorkommen, dass sich ein wenig der Schlendrian einstellt. Da kann es schon mal sein, dass stillende Mütter ein wenig nachlässig werden und nicht mehr auf die wesentlichen Punkte beim Stillen achten. Dazu gehören v.a.

  • Das Baby muss die Brustwarze und einen großen Teil des Vorhofes im Mund haben.
  • Lippen des Babys sind nach Außen gestülpt und der Zwerg saugt wie ein kleiner Fisch an der Warze.
  • Baby liegt Bauch an Bauch mit der Mama, enger Körperkontakt ist gewährleistet.
  • Die Nase des Babys ist in Höhe der Brustwarze.

Mein Tipp: Such’ dir schon während der Schwangerschaft eine Hebamme bzw. Stillberaterin. Gerade in Deutschland ist die Suche nach einer Hebamme nicht immer einfach und kann etwas Zeit in Anspruch nehmen. Wie immer gilt: Der frühe Vogel fängt den Wurm!

Dieser Beitrag enthält Affiliate-Links. Produktempfehlungen basieren auf meiner eigenen Erfahrung und sind nicht Bestandteil einer Kooperation.

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